Wo Schiffe, Software und Hafenprozesse zusammenkommen

Maxim Neiser, Projektleiter für digitale Hafenlogistik und Terminalsimulation & Deputy VP INtercompany Projects

Maxim Neiser verbindet bei HPC Hamburg Port Consulting maritime Logistik, digitale Schiffskoordination und Terminalsimulation. Als Projektleiter arbeitet er an Lösungen, die Hafenprozesse transparenter, effizienter und besser planbar machen — von der Datenplattform des Hamburg Vessel Coordination Center bis zur Simulation internationaler Containerterminals.

Aufgewachsen an der deutschen Ostseeküste, ist Maxim Neiser von Schiffen und Häfen fasziniert, seit er denken kann. Ein Praktikum bei einem Hafenlogistiker in Rostock und ein Bachelorstudium in Maritime Logistics an der Hochschule Wismar legten den Grundstein für seinen Weg in die maritime Welt. Seinem Bauchgefühl folgend wechselte er für den Masterstudiengang Logistics, Infrastructure and Mobility an die Technische Universität Hamburg, arbeitete später als studentischer Mitarbeiter am Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen und schrieb seine Abschlussarbeit während seiner Tätigkeit beim Hamburg Vessel Coordination Center, kurz HVCC. Diese Verbindung führte ihn schließlich zu HPC, dem Beratungsunternehmen der HHLA. „Es passt einfach perfekt“, sagt er.

„HPC stellt seit Jahren Projektmanager für unsere Schwesterfirma HVCC“, erklärt Maxim, der seit 2020 selbst zu diesem Team gehört. Die digitale Plattform des HVCC bündelt Daten von Deepsea-, Feeder- und Binnenschiffen sowie von verschiedenen Terminals und stellt sie der Hafengemeinschaft zur Verfügung. Was den Hanseaten daran besonders begeistert, ist der kooperative Gedanke, den er jeden Tag erlebt: Kolleginnen und Kollegen beim HVCC bringen Verbesserungsideen ein, Maxim übersetzt sie in Produktanforderungen und gibt sie an das Softwareteam weiter. Ein Beispiel: „Nach der Elbvertiefung mussten wir die Parameter für die Tidefenster im Schiffsverkehr neu berechnen.“

Als Projektleiter nutzt Maxim außerdem Simulationstools, um Containerterminal-Layouts zu planen und zu optimieren — vom Hamburger Burchardkai über Callao in Peru bis nach Christchurch in Neuseeland. Jeder Hafen entfacht seine Begeisterung aufs Neue. Denn hinter jedem Terminal steckt eine eigene Kombination aus operativen und technischen Prozessen. Neues Terrain, neue Herausforderungen, neue Erkenntnisse: Dieses ständige Lernen, Testen und Gestalten macht die Arbeit für ihn deutlich spannender als reine Zahlenarbeit. Ob Wasser- oder Landseite — Maxim betrachtet Hafenprozesse durch eine Prozess- und Softwarebrille, um Lösungen zu entwickeln, die zum jeweiligen Standort passen.

Häfen, sagt er, seien noch immer stark männlich geprägt. Umso erfrischender findet er Beispiele wie Callao: Dort sind 80 Prozent der Terminal Operations Control mit Frauen besetzt. Gemischte Teams schätzt Maxim sehr, weil „sie eine kooperativere Atmosphäre schaffen und unterschiedliche Ideen zusammenbringen“ — eine Erfahrung, die er auch als Dozent an norddeutschen Hochschulen macht.

Wenn Maxim morgens aufs Fahrrad steigt, ist das mehr als nur der Weg zur Arbeit. Die wenigen Kilometer machen den Kopf frei, halten ihn fit und sparen ein wenig CO₂. Gleichzeitig ist es Training für eine weitere Leidenschaft: Triathlon. Die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen fasziniert ihn — einzelne Disziplinen, die am Ende vor allem Ausdauer verlangen. Ganz ähnlich wie im Hafen, sagt er: Viele Prozesse müssen nahtlos ineinandergreifen, bevor am Ende die Ausdauer den Unterschied macht.

Maxim Neiser

Projektmanager & Deputy VP Intercompany Projects

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