Die Redner erörterten die verschiedenen Möglichkeiten, wie digitale Zwillinge eingesetzt werden können, z.B. die Onboard-Integration von intelligenten Sensoren mit intelligenten Steuerungen, die grafische Zustandsüberwachung, das Alarmmanagement und die Integration von Anlagen und Vermögenswerten mit den umgebenden Systemen. Digitale Zwillingssysteme von Anlagen können kombiniert und integriert werden, um einen digitalen Zwilling einer Anlage, eines Hafens, einer Stadt usw. zu bilden.
Die Anwendungsbereiche für digitale Zwillinge in der Industrie wurden erörtert, darunter technische Anlagenüberwachung, automatisierte sensorbasierte Wartung, Gebäudemanagement, Kontrolle des Stromverbrauchs, Kürzung von Leistungsspitzen, Energieausgleich, Integration mit der Stromversorgung an Land, Zustandsüberwachung, Integration mit Krananlagen und andere.
Als Beispiel für einen digitalen Zwilling für einen Ship-to-Shore-Kran wurde die Messung und Analyse des Stromverbrauchs und anderer Parameter von Ship-to-Shore-Kränen genannt, um ein digitales Zwillingssystem für das Terminal zu erstellen. Ein weiteres Beispiel war der digitale Zwilling für das Energiemanagement, der für die Elektrifizierung von Kränen und anderen Geräten, die Energierückgewinnung von Kränen, Blindenergie, Batterietechnologie, Photovoltaikanlagen im Hafen, Windgeneratoren und anstehende Wasserstoffproduktionsprojekte benötigt wird.
Die Redner sprachen auch über die Anwendungsfälle für einen simulationsbasierten digitalen Zwilling, die strategischer Natur sind, wenn größere Veränderungen im System oder in der Infrastruktur angestrebt werden, wie z.B. neue Ausrüstung, neue Kontrollstrategien, neue Terminals, neue Straßen, oder betrieblicher Natur, für die Produktions-/Personalplanung.
Ein Beispiel für einen digitalen Zwilling, der auf Simulationen basiert, wurde für das Projekt HHLA Fresh gegeben, bei dem elektrische fahrerlose Transportfahrzeuge (FTS) die Netzstabilität unterstützen. Dies geschieht, indem einige AGVs außer Betrieb genommen werden und ihre Batteriekapazität als Teil der europäischen Frequenzsicherungsreserve (FCR) genutzt wird. Ein digitaler Zwilling des Terminals wird verwendet, um den reibungslosen Betrieb des Terminals unter Berücksichtigung der reduzierten Anzahl verfügbarer FTS und Ladepunkte zu validieren.
Schließlich diskutierten die Referenten die auf dem digitalen Zwilling basierende Hafen-Masterplanung. Die Idee ist, die Hafen-Masterplanung von einem diskreten Projekt, das alle 5 - 10 Jahre mit enormem Zeit- und Kostenaufwand durchgeführt wird, zu einem kontinuierlichen Prozess zu machen. Der digitale Zwilling des Hafens enthält alle relevanten Daten zur Topologie der Hafengebiete, zur Verkehrsinfrastruktur und zu Verkehrsszenarien. Die Redner sprachen sich dafür aus, den digitalen Zwilling als einzige Quelle der Wahrheit für alle strategischen und taktischen Planungsaktivitäten zu nutzen.
Abschließend betonten die Experten, dass digitale Zwillinge in verschiedenen Formen in Zukunft ein zunehmender Bestandteil des Hafen- und Terminalbetriebs sein werden. Offene Schnittstellen werden dazu beitragen, dass Anlagen und andere Systeme Teil von digitalen Zwillingen werden und komplexe digitale Zwillingssysteme für verschiedene Zwecke entwickelt werden können. Die weitere Verbreitung der Telemetrie (5G) wird die Integration von Sensoren mit SCADA-Systemen unterstützen und das Potenzial zum Aufbau digitaler Zwillinge verstärken.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte anCarsten Eckert.
