Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Hamburg Port
Consulting

Befinden wir uns gerade am Tiefpunkt der Corona-Krise, geht es mit der Wirtschaft wieder aufwärts, oder wird es noch schlechter? Mit dieser Verunsicherung umzugehen und mit einem gut durchdachten Konzept auf diese speziellen Zeiten zu antworten, steht gegenwärtig im Fokus von Kommunen, Städten und Ländern sowie Unternehmen und Konzernen.

Richten wir unseren Blick auf die Antwort der Europäischen Kommission und der Bundesregierung. Die EU-Kommission und ihre Präsidentin Ursula von der Leyen stellen 750 Mrd. EUR zur Verfügung. Diese Beihilfen sollen vor allem bei der Digitalisierung und zur Erreichung der selbstgesteckten Klimaziele in den EU-Ländern helfen. Daneben gibt es den „Green Deal“-Ansatz, der über verschiedene EU-Programme bis 2030 insgesamt 1.000 Mrd. Euro bereitstellen soll.

Die Bundesregierung hat daneben am 10. Juni 2020 ihre nationale Wasserstoffstrategie beschlossen, die Fördermittel in Höhe von rund sieben Mrd. Euro beinhaltet. Zahlreiche weitere europäische und nationale Programme existieren, um Unternehmen und Behörden bei der Umstellung zur Digitalisierung und dem Vorantreiben der Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Diese Programme beinhalten viele Anknüpfungspunkte, insbesondere für die Transportbranche. Gerade Häfen als logistische Knotenpunkte haben ein Interesse, innovativ zu sein und die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit voranzutreiben. Insbesondere in Zeiten, in denen die Kapazitäten nicht voll ausgelastet sind, können Häfen ihr Augenmerk stärker noch als bisher auf Forschung und Entwicklung werfen. Unternehmen, Häfen und Kommunen haben somit die Chance, jetzt an ihrer Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft zu arbeiten und dafür alle verfügbare Mittel zu nutzen.

Diese zusätzlichen Fördermittel in bisher unerreichter Höhe bilden eine große Chance. Aber welche Förderprogramme gibt es für die Logistik, und wie funktioniert eine Antragserstellung?

Wir werden in unserer fünfteiligen Serie verschiedene nationale und europäische Förderprogramme vorstellen und Ihnen Einblicke in den Erfahrungsschatz von HPC liefern.

IHATEC – Innovative HAfenTECnologie

Das IHATEC-Programm des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zielt insbesondere auf innovative Technologie für See-und Binnenhäfen ab. Naturgemäß waren in jüngster Vergangenheit die Themen Digitalisierung und Green Ports zur Steigerung der Energieeffizienz und Verringerung der Umweltbelastung im Fokus. Hier geht es um die Optimierung der Lagerhaltung und Umschlagsysteme, neue IT-Systeme zur Steuerung von Waren- und Fahrgastströmen im Hafen, vernetzte Produktionssysteme - Stichwort Industrie 4.0 -, Entwicklung und Verbesserung von IT-Sicherheit sowie Automatisierungsprozesse und Mensch-Technik-Interaktion.

Aufgrund des großen Erfolges wird das Programm für die nächsten vier Jahre, bis 2024, verlängert und bietet Raum für viele neue Ideen.

Die Antragstellung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, in dem erst Projektskizzen erstellt und bewertet werden und dann - bei einer positiven Entscheidung - ein vollständiger Förderantrag gestellt wird.

Die jeweilige Höhe der Förderung richtet sich nach der Qualität des Antrages, die sich aus Innovationsgehalt, Partnerschaft, Erfolgsaussichten, Übertragbarkeit und Anwendbarkeit des Forschungsansatzes zusammensetzt sowie auch durch die Unternehmensgröße bestimmt wird. Üblicherweise betragen die Laufzeiten für Durchführbarkeitsstudien ein bis zwei Jahre bzw. zweieinhalb bis vier Jahre für Entwicklungsprojekte.

Bei HPC haben wir durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern des IHATEC-Programms sehr gute Erfahrungen gemacht. Es wird dort sehr genau geprüft, welcher Forschungswert eine Projektidee beinhaltet. Nach Überstehen dieser ersten Hürde wird sehr kooperativ und gemeinsam mit dem Antragsteller daran gearbeitet, dass die Projekte auch umgesetzt werden können.

Energiesparen im Hafen leicht gemacht

Im Rahmen des IHATEC-Programms haben wir bei HPC zum Beispiel das Konzept SustEnergyPort entwickelt. Es handelt sich um ein strukturiertes toolbasiertes Verfahren zur Unterstützung von Häfen und Terminals bei der Entwicklung eines fundierten „Green Port Action Plans“. Der Plan hilft, den effizientesten Weg zu ermitteln, mit dem die angestrebten Energieeinsparungen und Emissionsreduzierungen erreicht werden sollen.

Basierend auf einem umfassenden Katalog von Nachhaltigkeitsmaßnahmen werden zunächst erfahrungsmäßig vielversprechende Einzelmaßnahmen für den jeweiligen Terminal identifiziert. Diese Maßnahmen werden anschließend mit Hilfe spezieller Simulationstools, Ökobilanzierungsmodelle und Wirtschaftlichkeitsmodelle auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis für den konkreten Terminal untersucht. Die erwiesenermaßen vielversprechendsten Maßnahmen fließen in den „Green Port Action Plan“ ein, der die schrittweise Umsetzung der ausgewählten Maßnahmen definiert und das so zu erzielende Energie- und Emissionseinsparungspotential präzise quantifiziert.

In der ersten Projektephase haben wir verschiedene Werkzeuge zur ganzheitlichen Betrachtung von Maßnahmen zur Energieeinsparung entwickelt, die auf jeden Umschlagsterminal angewendet werden können. Dazu gehören ein Katalog von 250 Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die Ergänzung des HPC-Simulationstools um eine Komponente zur Analyse der Energieverbräuche und Emissionen, ein Ökobilanzmodel sowie Wirtschaftlichkeitsmodelle.

Mit Hilfe des entwickelten Verfahrens konnten wir für einen Terminal einen „Green Port Action Plan“ definieren, der ohne nachteilige Auswirkungen auf den operativen Betrieb zu Energieeinsparungen von ca. 45 % führt. Die Kosten für das Projekt wurden zu rund 50 % durch das IHATEC-Programm gefördert. Ein gutes Beispiel, das zeigt, wie Forschung und Entwicklung konkrete Ergebnisse bei Effizienzsteigerungen liefern können.

 

Wann wird ein geplantes Projekt gefördert?

Wir haben als Fördermittel- Experten durch die in den letzten Jahren entwickelten Forschungsprojekte und Förderanträge ein ausgeprägtes Verständnis entwickeln können, ob eine Projektidee umgesetzt werden kann. Als eines der wesentlichen Erfolgskriterien hat sich der frühzeitige und gemeinsame Beginn der Ideenentwicklung erwiesen. Zusammen mit dem Antragsteller prüfen wir, welche Förderprogramme in Bezug auf Zeitpunkt und Programmziel in Frage kommen. Grundsätzlich nehmen wir bei HPC früh Kontakt mit den Programmträgern auf, um in ersten Gesprächen die Optionen zu prüfen. Gemeinsam mit den Kunden werden dann die Anträge qualifiziert ausgearbeitet und termingerecht eingereicht.

Diese Arbeit macht viel Freude, da wir hier gemeinsam mit unseren Kunden an der Zukunft der Verkehrsinfrastruktur und deren verbesserten Nachhaltigkeit arbeiten. Dabei entwickelt jeder Beteiligte das Gefühl, einen signifikanten Beitrag zu diesen wichtigen Themen zu leisten.

Wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation dazu auch einbringen wollen, freuen wir uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

In unserem nächsten Blog werde ich mich mit der Förderung des Kombinierten Verkehrs beschäftigen und Ihnen ein paar interessante Referenzen aufzeigen können. Bleiben Sie gespannt.

Über den Autor:

Hartmut Beyer hat als Wirtschaftsingenieur in den letzten 26 Jahren in der HPC-Gruppe in den Verkehrssektoren Luftverkehr, Binnenschifffahrt sowie in den Bereichen See- und Binnenhäfen und intermodale Logistiksysteme nationale und internationale Kunden bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt.

Heute vertritt er bei HPC die Marktsegmente Luftverkehr und Kreuzschifffahrt und verantwortet vor dem Hintergrund zahlreicher erfolgreich umgesetzter Förderprojekte den Fachbereich Fördermittelmanagement. Hier werden vor dem Fundus der aktuellen Förderprogramme die Projektideen der Kunden gemeinsam und zielgerichtet weiter entwickelt, Förderanträge erarbeitet und die spätere Umsetzung begleitet.

Kontaktieren Sie Hartmut Beyer über .

 

images/hpc/News/Funding_Blog1_HeaderLinkedIn_600x400.jpg
images/hpc/News/HB_BusinessPic_UC.jpg

 

Anfrage senden

+49 40 74008-0