Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Hamburg Port
Consulting

Angesichts des dringend erforderlichen Wandels hin zu nachhaltigen Lösungen im maritimen Sektor überdenken die Hafenbehörden die Art und Weise, wie sie ihre Geschäfte zugunsten umweltfreundlicherer Prozesse führen können. Gemeinsam mit den Reedereien schließen sie sich den weltweiten Bemühungen an, die verabschiedete IMO-Strategie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen (THG) im Seeverkehr bis zum Jahr 2030 um 40% zu erfüllen.

Ein rasches Erreichen des Emissionsmaximums mit anschließender Reduzierung ist mehr denn je erforderlich, und die aktuellen sowie viel mehr noch die künftigen Hafenaktivitäten müssen die IMO in ihrer Strategie unterstützen.

Neben den positiven Auswirkungen auf die Umwelt und für das Klima ist ein nachhaltiger Hafenbetrieb auch ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor, um Kunden anzuziehen, die nach umweltfreundlichen Lösungen suchen. Allerdings fehlt es oftmals an Spezialkenntnissen, welche Maßnahmen ausgewählt und sinnvoll kombiniert werden können, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dies geht oft einher mit einem Mangel an Erfahrung in Bezug auf finanzielle Aufwendungen und ihr wirtschaftliches Ergebnis. Daher zeigt dieser Artikel einige der Möglichkeiten und den Ansatz von HPC zu deren Realisierung auf.

Das Potenzial nachhaltiger Lösungen

Häfen haben substanzielles Potential, nachhaltige Lösungen zu implementieren, die auf die operativen Bereiche des Schiffsbetriebs längsseits sowie beim Be- und Entladen angewendet werden können. 

Die nachhaltige Energieversorgung von Schiffen am Kai  ist eine der wichtigsten Dienstleistungen, denen sich Häfen und Regierungen widmen müssen, um die Auswirkungen der Emissionen auf die Kommunen vor Ort und die Umwelt insgesamt zu verringern. Denn Schiffe sind ein Hauptverursacher lokaler Emissionen, gefolgt vom Hafenbetrieb an Land.

In der Regel ist Landstrom bereits verfügbar, jedoch noch keine häufig angewandte Option. Gegenwärtig fehlt es an einem gemeinsamen Ansatz zur Standardisierung der Anschlüsse. In einigen Fällen hält die Preisgestaltung für jede kWh die Reedereien davon ab, diese nützliche Technologie zu nutzen. Es bedarf der politischen Durchsetzung, um die Anzahl der Anlagen und ihre Nutzung zu erhöhen, da erneuerbare Quellen bereits Schiffe mit grüner Energie versorgen können. Als Quelle ist grüner Wasserstoff in seiner Herstellung zwar immer noch teuer, gehört aber zu den vielversprechendsten Optionen auf dem Zukunftsmarkt. Grüner Wasserstoff könnte das Potenzial haben, fossile Brennstoffe zusammen mit anderen Biokraftstoffen wie grünem Ammoniak zu ersetzen.

Batterie-Pack-Installationen an Bord von Schiffen stellen die im Hinblick auf die Emissionsreduzierung wertvollere Energiequelle dar, insbesondere in Häfen als integralem Bestandteil der DNA einer Stadt. Allerdings sind Batterien nur so nachhaltig und daher moralisch akzeptabel wie ihre derzeitige Herstellungsart und Form des Recyclings.

Um einen nachhaltigen Lebenszyklus zu gewährleisten, ist es außerdem erforderlich, den rechtlichen Rahmen in Bezug auf Second-Life- und Recyclingverfahren anzupassen. Die letzte EU-Batterierichtlinie stammt aus dem Jahr 2006; ihre Überarbeitung wird für das 4. Quartal 2020 erwartet.

Während ihrer Betriebsphase verursachen Lithium-Ionen-Batterien keine Emissionen, wenn sie mit grüner Energie aufgeladen werden. Sie sind vielseitig einsetzbar und stellen damit eine der vielversprechendsten Lösungen dar.

Sobald sie z. B. in ein fahrerloses Transportsystem (AGV) eingebaut sind, reduzieren sie den Energiebedarf um bis zu 30 % im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Die Ausgaben für die Aufrüstung der Flotte variieren und können im Vergleich zu kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen bis zu 20 % höher sein, da auch die notwendige Infrastruktur angeschafft werden muss. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich die Anschaffung innerhalb von fünf bis sechs Jahren amortisiert und die Betriebskosten unter denen der AGVs liegen, die fossile Brennstoffe verbrauchen. Ein weiterer großer Vorteil des Betriebs batteriebetriebener AGVs ist die Tatsache, dass die Batterieladung auf die Stunden mit den niedrigst-möglichen Preisen auf dem Spotmarkt getaktet werden kann, was die Energiebeschaffungskosten erheblich senkt.

Bewegliche Geräte bieten eine breite Palette von Energiesparoptionen, die sich nicht nur auf die Elektrifizierung beschränken. Das umweltfreundliche Fahren von Portalhubwagen oder Lastwagen kann den Energieverbrauch nachweislich um 5-10% senken, ohne die Gesamtleistung des Terminals zu beeinträchtigen. Diese Maßnahme verringert die Wartezeit vor den Ship-to-Shore-Portalkranen (STS-Krane), und selbst wenn die Produktivität von Portalhubwagen oder Lastwagen verringert wird, wirkt sich dies nicht automatisch auf die Kranleistung aus. Mitarbeiterschulungen sind ein einfacher und kostengünstiger Schritt mit einem messbaren Ergebnis.

Im besten Fall arbeiten diese Anlagen auf einem Terminal mit LED-Beleuchtung. Neben der verlängerten Lebensdauer und dem dadurch reduzierten Material- und Wartungsbedarf bieten LEDs Energieeinsparungen von bis zu 20 %.

Dennoch sollte vor der Umsetzung solcher Maßnahmen analysiert werden, ob sich die favorisierten Optionen als effektiv erweisen, z. B. durch Simulation. Als Teil von HPCs Portfolio berücksichtigt eine Simulation das Terminallayout, die Betriebsabläufe und den Ladungsfluss. Außerdem werden Wetterbedingungen und weitere auf dem Terminal installierte Energieverbraucher und -versorger mit einbezogen.

Transformation hin zum Green Port

Eine wichtige Aufgabe für Häfen ist es, Energieeffizienzmaßnahmen zu identifizieren und ihre Umsetzung im jeweiligen Anwendungsfeld zu fördern. Da zahlreiche dieser Optionen mit ihren ökologischen und ökonomischen Vorteilen vielen Betreibern noch nicht bekannt sind, unterstützt HPC die Häfen in ihrer Verantwortung, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. HPCs Kompetenz beruht auf der großen Erfahrung mit durchgeführten Energiereduktionsmaßnahmen sowie deren Simulation. Für den Hamburger Containerterminal Tollerort z. B. erreichen die simulierten Energieeinsparungen bei Optionen wie dem Van Carrier (VC) Pooling 1,8 % mit einer Steigerung der STS-Produktivität um ca. 2,9 % oder fast 44 % Energieeinsparung bei einer vollständigen Elektrifizierung der VCs.

Unser Ansatz der "Sustainability Roadmap" ist eine Lösung, die auf jeden Hafen angewendet werden kann. Sie führte z. B. zur Rezertifizierung des Containerterminals Altenwerder als klimaneutraler Betreiber, wodurch der CTA unterstützt, das IMO-Emissionsziel für 2030 zu erreichen und der erste klimaneutrale Containerterminal der Welt zu werden.

Die Sustainability Roadmap beginnt mit einer Terminalinspektion und einer Vorevaluierung, um festzustellen, welche Lösungen zur Energieoptimierung für diesen Terminal infrage kommen. Ein Nachhaltigkeitskatalog mit mehr als 200 Optionen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und das Wissen von HPC, die Richtigen miteinander zu kombinieren, stellen sicher, dass die erste Phase als zuverlässige Grundlage dient.

Auf diese ersten Schritte folgt eine eingehende Analyse. Eine Simulation, in der die gewählten Maßnahmen durchgespielt werden, zeigt die Durchführbarkeit klar auf. Eine anschließende Lebenszyklus- und Geschäftsanalyse berechnet die erwarteten ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile.

Sobald die Maßnahmen vereinbart sind, erstellt HPC einen Fahrplan und unterstützt den Kunden während der Umsetzungsphase, um sicherzustellen, dass die Inbetriebnahme des neuen Green Ports erfolgreich verläuft. Sollten die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sein, was in diesen restriktiven Zeiten umso mehr gilt, bietet HPC seine Erfahrung auch bei der Einbeziehung öffentlicher Finanzierungsmöglichkeiten in das Projekt an.

Haben Sie einen Plan, mit dem Ihr Hafen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung beiträgt? Kontaktieren Sie uns – wir sind mit unseren Experten bereit, Sie bei der Wahl des für Sie richtigen Weges zu unterstützen.

Über den Autor:

Als Nautischer Offizier leistete Marcus Eichstädt mehrere Jahre Dienst auf Mehrzweckschiffen und sammelte Erfahrungen mit Frachtbetrieben und Kunden weltweit. Unter anderem fuhr er auf der nach ökologischen Standards entwickelten MS "E-Ship 1", was ihn dazu veranlasste, eine Richtung mit stärkerem Umwelthintergrund einzuschlagen.

Als Umweltbeauftragter hatte er eine leitende Position an Bord von Kreuzfahrtschiffen inne und sorgte für die ständige Einhaltung der internationalen Umweltgesetze und des firmeninternen ISM-Systems. Seine Leidenschaft für den Umweltschutz war in den Schulungen, die er für die gesamte Besatzung durchführte, spürbar.

Kontaktieren Sie Marcus Eichstädt über .

Anfrage senden

+49 40 74008-0