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Hamburg Port Consulting (HPC) hat letzte Woche die erste seiner Talkshows mit dem Titel "Connecting Ports" gestartet. Mit diesem nun regelmäßig stattfindenden Format will HPC Hafen- und Transportakteure aus der ganzen Welt zusammenbringen, um sich über Initiativen zur Bewältigung der Herausforderungen an die moderne Industrie auszutauschen. Das Hafen- und Logistikberatungsunternehmen will damit sowohl die Debatte als auch die Zusammenarbeit bei kritischen Themen anregen.

Das erste interaktive Forum, das allen an Häfen und Transport Interessierten offenstand, trug die Überschrift "Dekarbonisierung - Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Hafenwirtschaft" und umfasste fünf Beiträge aus drei Kontinenten in einer neunzigminütigen Sitzung, die von Christina Prieser, einer Associate Partnerin bei HPC, moderiert wurde.

Es wird viel darüber diskutiert, wie und auf welche Zielwerte die CO2-Emissionen für die verschiedenen Güterverkehrsträger - Luft, See, Straße - reduziert werden müssen, aber Connecting Ports hat in seiner ersten Ausgabe ganz klar den Hafen als zentralen Punkt bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen für die Dekarbonisierung betont.

Margaret Kidd, Program Director, Supply Chain & Logistics Technology Instructional Associate Professor an der University of Houston, brachte auf den Punkt, was einige der Teilnehmer betonten, und zeigte auf, wie der hohe Grad an Zentralität, den die Häfen aufweisen, eine große Einflussquelle sein kann. Als wichtige Knotenpunkte, die den Seeverkehr mit städtischen Aktivitäten und dem Zugang zum Hinterland durch andere Verkehrsträger verbinden, sind die Häfen in einer starken Position, um Veränderungen anzuführen und zu erleichtern.

Johannes Schmidt, Klima- und Innovationsmanager bei der Hamburg Port Authority (HPA), erläuterte Einzelheiten zu den Dekarbonisierungsaktivitäten im Hamburger Hafen und hob drei Säulen hervor, die die HPA für eine "grüne Hafentransformation" identifiziert hat: verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen, Aufbau einer Wasserstoff-Wertschöpfungskette im gesamten Hafen mit dem Ziel, Europas logistische Drehscheibe für grünen Wasserstoff zu werden, und Konzentration auf Projekte zur Senkung des Energieverbrauchs und zur stärkeren Elektrifizierung des Betriebs.

Das Gremium ermutigte zwar den Austausch von Initiativen innerhalb der globalen Hafengemeinschaft, erkannte aber auch an, dass geografische Lage, Umweltbedingungen und lokale Erwägungen zu unterschiedlichen Antworten auf die Herausforderung der Dekarbonisierung führen, die für verschiedene Häfen möglich sind.

Der Mittelmeerhafen von Barcelona beispielsweise unterliegt aufgrund der Nähe des Flughafens und der begrenzten Windressourcen Einschränkungen bei der Windenergieerzeugung, kann aber aufgrund seines Klimas auf mehr solare Alternativen zurückgreifen. Héctor Calls, Leiter der Nachhaltigkeitsabteilung des Hafens, erklärte, dass Barcelona im Gegensatz zu anderen Häfen weniger Industrieanlagen in seinem Hafengebiet hat. Infolgedessen stammen etwa 70 % der Kohlenstoffemissionen aus dem Seeverkehr, ein Prozentsatz, der weit über dem vieler Industriehäfen liegt. Er ging die Herausforderung mit einem ähnlichen "Drei-Säulen-Ansatz" wie Hamburg an und betonte, dass sich die Häfen an ihre eigenen physischen und ökologischen Einschränkungen anpassen müssen.

Für einzelne Hafenterminals sind einige der Möglichkeiten zur Beeinflussung der Emissionen ähnlich eingeschränkt. Jan Hendrik Pietsch, Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit bei der HHLA, erläuterte die Prioritäten seines Unternehmens. Er ist stolz auf die Tatsache, dass fast 50 % des Hinterlandtransports von Containern derzeit auf der Schiene erfolgt, und sieht diesen Teil der Lieferkette als wichtiges Ziel, um die Emissionen weiter zu senken und die Klimaneutralität für 2040 zu erreichen.

Pietsch betonte auch die Rolle, die Technologie und Prozessoptimierung bei den Bemühungen zur Steigerung der Betriebseffizienz und zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks spielen. Vorausschauende Technologie kann erheblich dazu beitragen, unnötige Hebevorgänge, Kran- und Terminalgerätebewegungen zu reduzieren, die Anlieferung und Abholung von Containern besser zu synchronisieren und die Container-Stacks effizienter zu gestalten. Diese Vorkehrungen, die sowohl Kosten als auch Emissionen einsparen, könnten für Containerterminals auf der ganzen Welt von größerer Bedeutung sein.

Alaa Morsy, Professor und Dekan des Hafenausbildungsinstituts an der Arab Academy for Science, Technology & Maritime Transport mit Sitz in Alexandria, Ägypten, wies in seinem Beitrag über die Zusammenarbeit der Häfen auf den Erfolg der MEDPorts Association hin, der 23 Häfen in der Region und fünf Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen angehören. Die gemeinsame Strategie, die der Professor als Roadmap für einen umweltfreundlichen Übergang bezeichnete, ist ein wesentliches Element für die Art der Zusammenarbeit zwischen regionalen und globalen Häfen. Von besonderer Bedeutung seien die Bereiche Ausbildung und Forschung, in denen seine Akademie gemeinsame Vereinbarungen und eine aktive Zusammenarbeit mit ähnlichen Einrichtungen in Spanien, Frankreich und Tunesien habe.

Alaa Morsy wies auch auf die sich abzeichnenden Initiativen für einen umweltfreundlichen Wandel in den ägyptischen Häfen hin, wie die Einrichtung der Mega Green Hydrogen Ship Refuelling Station im Suezkanal und die Erweiterung der Solarenergieplattformen für die Häfen von Damietta und East Port Said. Diese Initiativen stehen alle im Einklang mit der COP27 (Klimakonferenz der Vereinten Nationen), die im November 2022 in Ägypten stattfindet.

Abschließend zitierte Margaret Kidd Charles Darwin, der schrieb: "In der langen Geschichte der Menschheit (und auch der Tierwelt) haben sich diejenigen durchgesetzt, die am effektivsten zusammenarbeiten und improvisieren konnten." Dieser Satz fasst den Wunsch von HPC zusammen, die interaktive Kommunikation zwischen Häfen durch diese und zukünftige Ausgaben von Connecting Ports zu fördern.

Der Austausch zwischen den Rednern und auch mit den Zuhörern war noch deutlich umfangreicher. Die vollständige Sitzung zum Thema Connecting Ports ist hier abrufbar Session #01 "Decarbonisation - On Our Way to a Climate-Neutral Port Industry" (vimeo.com).

 

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