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Hamburg Port
Consulting
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Frachtschiffe verdienen nur dann Geld, wenn sie produktiv Ladung auf See transportieren. Neben den planmäßigen Liegezeiten für das Be- und Entladen der Fracht, bestimmt vor allem die Zeit, die ein Schiff unproduktiv vor dem Hafen am Ankerplatz warten muss, die Dauer seines Hafenanlaufs.

Mit Blick auf die Wasserseite ist die Zeit, die ein Schiff im Hafen verbringt, der Haupteinflussfaktor für Servicequalität des Hafens. Folglich erhöht ein Hafen, der in der Lage ist, seine Schiffswartezeiten zu minimieren oder sogar vollständig zu eliminieren, unweigerlich seine Attraktivität für Reedereien, Spediteure und andere Marktakteure. Während dies für Häfen mit geringen Schiffswartezeiten zu einem starken Wettbewerbsvorteil führt, laufen Häfen, die unter langen Schiffswartzeiten leiden, Gefahr, Frachtvolumen und letztendlich Umsätze und Wirtschaftskraft zu verlieren.

Außerdem geht von Schiffen, die auf Reede liegen, eine unnötige Umweltbelastung aus. Sowohl Häfen als auch Reedereien können mit der Verkürzung von Schiefsliegezeiten auf Reede zu einer Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen, was dem Ruf eines Hafens stärkt und ihn auf dem Weg zum „Green Port“ unterstützt.

Die Herausforderung, den tatsächlichen Engpass zu identifizieren

Grundsätzlichen kann ein Hafen mehrere Möglichkeiten ergreifen, um hohen Schiffswartezeiten entgegegenzuwirken. Diese Maßnahmen sind operativer oder infrastruktureller Natur. Dabei zeigt sich in der Praxis häufig, dass nicht notwendigerweise eine sowohl teure als auch aufwändige Infrastrukturmaßnahme, wie das Vertiefen oder Verbreitern von Zufahrtskanälen oder einer Neuanordnung von Schiffsliegeplätzen, das Mittel zum Ziel darstellt. Aus Projekten mit unseren Kunden wissen wir, dass der operative Hafenbetrieb oft der eigentliche Engpass ist und ein unerwartet hohes Optimierungspotential bereithalten kann.

Operative Optimiermungsmaßnahmen im Rahmen bestehender Hafeninfrastruktur haben einen häufig unterschätzten Effekt auf die Harmonisierung des Verkehrsflusses innerhalb des Hafens und damit auf die Verkürzung der Schiffswartezeiten. Eine Aufstockung der Hafenressourcen wie Schlepper oder Lotsen kann sich positiver auf Schiffswartezeiten auswirken als beispielsweise ein Ausbau von Wasserwegen im Hafen. Auch die Einführung neuer Verkehrsregeln und Arbeitsanweisungen, die den Verkehrsfluss im Hafen unterstützen, kann eine effektivere Maßnahme als die Neuanordnung von Schiffsliegeplätzen sein.

Ein enormer Vorteil der Erhöhung von Schiffsressourcen sowie der Optimierung der Verkehrsregeln ist ihre vergleichsweise einfache Integration in die bestehende Hafeninfrastruktur und -prozesse. Während Realisierung und Inbetriebnahme infrastruktureller Maßnahmen zwangsläufig mit Bauphasen und in der Regel temporären Sperrungen einhergehen – was die Servicequalität zeitweise zusätzlich strapaziert –, können etwaige operative Maßnahmen weitestgehend reibungslos in den laufenden Betrieb integriert werden. Für einen Ostseehafen haben wir beispielsweise herausgefunden, dass wetterabhängige Wechsel der Schiffsverkehrsregeln das größte Potential aufweisen, Schiffswartezeiten zu reduzieren. Ein flexibleres Schichtsystem der Lotsen führte zu signifikanten Verbesserungen für einen Hafen im mittleren Osten.

Welche dieser Lösungen wäre für Ihren Hafen am besten geeignet? Die Herausforderung besteht darin, den Engpass, der die Wartezeiten verursacht, zu identifizieren und dessen Ursache ausfindig zu machen. Staus im Schiffsverkehr und die darunter leidende Servicequalität haben weitreichende Konsequenzen für nachfolgende Hafenprozesse. Der Schiffsverkehr im Hafen ist ein komplexes System mit vielen gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Frachtschiffen, Schleppern, Lotsen, Liegeplätzen, Festmachern, Zufahrtskanälen und weiteren Ressourcen, die alle unter dem Einfluss stochastischer Effekte wie Schiffsverspätungen oder Wetterbedinungen interagieren. Die Gesamtheit dieser Umstände macht es oftmals alles andere als offensichtlich, den tatsächlichen Engpass zu identifizieren und die wirksamen Gegenmaßnahmen abzuleiten.

Simulation maßgeschneideter Optionen für Ihren Hafen

 

Spätestens bei einer angemessenen Berücksichtigung dynamischer Effekte stoßen statische Kapazitätsberechnungen an ihre Grenzen. Hier kann die Simulation als leistungsfähige Methode ihre Stärken ausspielen. Simulation ermöglicht tiefgehende Einblicke in die Verkehrsflüsse Ihres Hafens. Sie ermöglicht, Zusammenhänge und Kausalitäten aufzudecken, die oft weit über das Offensichtliche hinausgehen. Durch die Berücksichtigung von Situationen unter Spitzenauslastung und den zuvor genannten stochastischen Effekten kann das dynamische Umfeld heutiger Häfen angemessen widergespiegelt und veranschaulicht werden.

Ein weiterer unbestreitbarer Vorteil der Simulation besteht in der Möglichkeit, kreative Lösungen zu entwickeln und sie virtuell in realitätsnahen Szenarien zu testen. Eine Investition in Simulationsprojekte senkt das Risiko des Scheiterns eines Projektes infolge voreiliger Entscheidungen und maximiert folglich die Aussicht auf den Projekterfolg. Zu einem Bruchteil der Kosten für etwaige Infrastrukturmaßnahmen liefert Simulation Klarheit, wie die Servicequalität Ihres Hafens am effizientesten verbessert werden kann.

Simulation hilft Ihnen das Serviceniveau Ihres Hafens zu verbessern, was die Geschäftsbeziehungen mit bestehenden Kunden stärkt und den entscheidenden Baustein zur Gewinnung neuer Kunden darstellen kann.

Kennen Sie den Engpass Ihres Hafens? Lassen Sie uns die Optionen besprechen.

Mehr unter: HPC Hamburg Port Consulting – Simulation

 

Über den Autor:

Nils Kemme ist Partner und Berater für den Hafenbetrieb bei HPC Hamburg Port Consulting. Er verfügt über 15 Jahre Erfahrung und umfangreiche Kenntnisse auf dem Gebiet der Planung, Realisierung und Optimierung von Häfen und Logistiksystemen. Nils Kemme kombiniert Betriebserfahrung aus erster Hand von Hamburgs Containerterminals mit fundiertem Simulations-Know-how, in diesem Bereich hat er promoviert. Als Leiter des Simulationsteam von HPC hat er in den letzten acht Jahren in mehr als 35 Simulationsprojekten auf sechs Kontinenten das Hafendesign und den Hafenbetrieb geplant, optimiert und erfolgreich mehrere Verkehrsoptimierungsstudien durchgeführt.

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