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Hamburg Port
Consulting

In ihrem letzten Weltinvestitionsbericht listete die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) über 5.300 derzeitige Sonderwirtschaftszonen (SWZ) in über 140 Volkswirtschaften auf. Von diesen wurden in den letzten fünf Jahren etwa 1.000 entwickelt. Weitere 500 neue Zonen befinden sich auf dem Reißbrett, müssen aber noch gebaut werden. Weltweit arbeiten zwischen 90 und 100 Millionen Menschen in SWZ, die sich meist in unmittelbarer Nähe von Seehäfen, Flughäfen oder Grenzkorridoren befinden. Angesichts eines solch rasanten Wachstums ist es offensichtlich, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der Rezession der Geschäftsaktivitäten in den SWZ besonders sichtbar werden.

Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IFW) in Kiel feststellt, erleben die SWZ derzeit erhebliche Verluste und Produktionsunterbrechungen.  Besonders hart betroffen sind die SWZ in Asien, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten. Der IFW identifizierte vier Hauptaspekte, die die wirtschaftliche Stabilität der Sonderwirtschaftszonen während der Krise gefährden.

Erstens wird das Geschäftsergebnis der Sonderwirtschaftszonen durch staatliche Maßnahmen beeinflusst, die darauf abzielen, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Zum Beispiel führen Vorschriften, die das Social Distancing gewährleisten sollen, leider auch zu einer unmittelbaren Verlangsamung der Produktionsketten innerhalb der Zonen.

Zweitens werden die Produktionsprozesse durch Unterbrechungen in den Versorgungsketten stark erschüttert, was zu einem uneinheitlichen Fluss von Rohstoffen führt, die für andere Herstellungsphasen benötigt werden.

Drittens sind die Konsumausgaben und die Nachfrage deutlich zurückgegangen, und damit auch die Bereitschaft von Geldgebern für Direktinvestitionen im Ausland.

Und schließlich wird erwartet, dass die Wirtschaftskrise durch finanzielle Rückkopplungsschleifen verstärkt wird, was zu weiteren weit reichenden Liquiditätsproblemen führen wird.

Früher oder später werden die Marktturbulenzen jedoch wieder nachlassen, und neue Möglichkeiten werden den Weg für eine Welt nach COVID-19 ebnen. Tatsächlich werden die SWZ, die heute enorm unter dem globalen Abschwung leiden, morgen eine bedeutende Rolle bei der Bewältigung der Nachwirkungen von der aktuellen Krise spielen.

SWZ als wichtiger Motor des internationalen Handels

SWZ sind aufgrund ihrer Fähigkeit, das Exportvolumen anzukurbeln, für die Entwicklung des internationalen Handels von entscheidender Bedeutung. Folglich stellen sie ein wichtiges Element für die Erholung der Wirtschaft nach der Corona-Krise dar. In dieser Hinsicht schätzt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass einige Länder über 70% ihrer Exporte durch SWZ schleusen werden, die meist als separate Zollgebiete fungieren.

Darüber hinaus haben die Regierungen ein großes Interesse daran, den Bau und die Erweiterung von Freihandelszonen zu unterstützen, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Produktionskapazitäten zu erhöhen und ausländische Direktinvestitionen anzuziehen. Potenzielle Investoren profitieren von unternehmensfreundlichen Zugeständnissen in Form von günstigen Steuervorschriften und Zollanreizen, ausgefeilter Infrastruktur und Hinterlandanbindungen, der Nähe zu den Kernmärkten, angemessener Qualifikation der Arbeitskräfte und rationalisierten Verwaltungsprozessen.

Große Herausforderungen für SWZ im Wettbewerb in globalen Lieferketten

Obwohl die meisten SWZ als Freihandelszonen fungieren, unterscheiden sie sich dennoch im Umfang ihrer Geschäftstätigkeit. Während sich SWZ in fortgeschritteneren Schwellenländern zunehmend auf spezialisierte Industrien und Innovation konzentrieren, liegt ihr Fokus in entwickelten Ländern eher auf der Logistik. Unabhängig von ihrem Schwerpunkt sehen sich die SWZ mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, um sich in einem stark wettbewerbsorientierten Umfeld zu positionieren.

Wie die UNCTAD hervorhebt, erodieren die Herausforderungen, die sich auf traditionelle Aspekte wie die Gewährleistung niedriger Arbeitskosten beschränken, zunehmend, während sich die neuen Herausforderungen auf die nachhaltige Entwicklung zwingender, technologischer Innovationen wie z. B. den 3D-Druck, big data und IoT-Lösungen erstrecken. Ein weiteres Beispiel sind die sich gegenwärtig verändernden Muster der internationalen Fertigung.

In diesem Zusammenhang ist es von größter Bedeutung, dass die Sonderwirtschaftszonen einen geeigneten strategischen Schwerpunkt, angemessene Instrumente zur Investitionsförderung und wirksame Kommunikationskanäle ausarbeiten, die potenzielle Geldgeber erreichen, um ein attraktives Investitionsklima zu schaffen und auf dem internationalen Markt erfolgreich zu sein.

Ausgeklügelte Marketingkonzepte fördern den Erfolg der Sonderwirtschaftszonen

Laut einer Umfrage bei den nationalen Investitionsförderungsagenturen hat etwa ein Viertel der SWZ mit dem Fehlen von Langzeitpächtern zu kämpfen und es nicht geschafft, die kritische Masse der erforderlichen Investoren zu erreichen. Ungefähr die Hälfte der SWZ haben unzureichende Verbindungen zu und geringe Kapazitäten an lokalen Lieferanten. In dieser Hinsicht ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Sonderwirtschaftszonen die Ermittlung von Alleinstellungsmerkmalen und Wertversprechen, die in ein geeignetes Marketingkonzept eingebettet sind, das sich an potenzielle Geldgeber wendet.

Bei HPC erstellen wir u.a. Marktstudien, Volumenverkehrsprognosen, Finanzanalysen und Geschäftspläne für alle Arten von Häfen und Logistikzentren. Dabei beachten wir auch ganz besonders die angrenzenden SWZ als wesentliche Förderer des Güterumschlags und der regionalen Wohlfahrt. HPCs Verkehrsökonomen wissen, wie wichtig es ist, über die richtigen Marketinginstrumente zu verfügen, um die Attraktivität von Investitionsprojekten zu fördern und ihren Wettbewerbsvorteil Investoren, Finanzinstitutionen, der Gemeinschaft und anderen Interessengruppen zu vermitteln.

Das richtige Marketingkonzept ist entscheidend, um auf die aktuellen Marktanforderungen zu reagieren, und sollte im Allgemeinen von einer Bewertung des Status quo begleitet werden. Dies kann durch eine erste Marktsondierung, z. B. durch Stakeholder-Interviews, und eine umfassende SWOT-Analyse erreicht werden, die den qualitativen Zustand verschiedener Parameter wie Infrastruktur, Logistik, Verwaltungsleistungen und andere Vorteile der jeweiligen SWZ misst.

Darüber hinaus ist es unerlässlich, eine Wettbewerbslandschaft zu erarbeiten und die Struktur lokaler oder regionaler Industrien und geplanter Produktionsstätten zu berücksichtigen. Aus den Ergebnissen der Status-quo-Bewertung lassen sich dann aussagekräftige Marketingziele und ‑strategien ableiten, die es der SWZ erlauben, sich perfekt in globale Lieferketten zu integrieren und die aussichtsreichsten Ansiedlungen von Pächtern anzustreben.

Schließlich wird eine sinnvolle Marketingstrategie alle 4P-Elemente des Marketing-Mix, nämlich Product (Produktpolitik), Place (Distributionspolitik), Price (Preispolitik) und Promotion (Kommunikationspolitik) umfassen, wobei insbesondere letztere nicht außer Acht gelassen werden sollte. Die Entscheidung über geeignete Kanäle der Marktkommunikation, zu denen Öffentlichkeitsarbeit, Roadshows und Direktmarketing-Ansätze gehören, ist demnach von wesentlicher Bedeutung, um ein Höchstmaß an Bekanntheit bei den Investoren zu erreichen.

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Gedanken und Ideen zu diesem Thema mit uns teilen. Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg finden, die Krise in eine Chance zu verwandeln!

Mehr unter: HPC Hamburg Port Consulting – Transport Economics

 

Über den Autor:

Matthias Schliwa ist Berater für Verkehrsökonomie bei HPC. Er verfügt über langjährige Erfahrung mit maritimen Lieferketten und hat für verschiedene Reedereien gearbeitet. Im Laufe seines beruflichen Werdegangs erwarb er ein breites Wissen über die Schifffahrts-, Speditions- und Hafenindustrie. Besonders spezialisiert ist er in Geschäftsbereichen wie dem Produkt- und Ertragsmanagement, Marketing sowie Datenanalysen. Bei HPC bringt Matthias Schliwa seine umfangreichen Kenntnisse in makroökonomische Bewertungen, Frachtverkehrsprognosen, Stakeholder-Maps und finanzielle Bewertungen im Zusammenhang mit zahlreichen Investitionsprojekten ein. Kontaktieren Sie Matthias Schliwa über .

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